Aktionstag gegen Glücksspielsucht: Streeck fordert stärkeren Spielerschutz und konsequentes Vorgehen gegen illegale Anbieter
Anlässlich des bundesweiten Aktionstags gegen Glücksspielsucht erinnert der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und Schirmherr des Aktionstags Prof. Hendrik Streeck vor den schwerwiegenden Folgen von Glücksspielsucht. In Deutschland leiden rund 1,2 Millionen Menschen an einer Glücksspielstörung, weitere drei Millionen zeigen ein problematisches Spielverhalten. Die Folgen reichen von Verschuldung und Arbeitsplatzverlust über zerbrechende Beziehungen und Familien bis hin zum Suizid.
Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“. Für Streeck gehören Prävention und Hilfe für Betroffene ebenso zu einem wirksamen Spielerschutz wie ein konsequentes Vorgehen gegen illegales Glücksspiel. Gerade illegale Angebote umgehen wichtige Schutzmechanismen wie Einzahlungslimits und Sperrsysteme. Streeck hatte deshalb zuletzt gegenüber Bundesjustizministerin Stefanie Hubig und Bundestagsabgeordneten dafür geworben, das Strafrecht an die Herausforderungen des heutigen Glücksspielmarktes anzupassen und die Verfolgung organisierter illegaler Angebote zu stärken.
Hendrik Streeck dazu: „Glücksspielsucht kann Existenzen zerstören. Menschen verlieren ihre Ersparnisse, ihre Arbeit, ihre Beziehungen und im schlimmsten Fall ihr Leben. Und die Folgen treffen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Partner, Kinder, Eltern und Freunde. Besonders problematisch ist, dass illegale Anbieter mit diesem Geschäft erhebliche Summen verdienen, während die Schutzmechanismen des regulierten Marktes dort nicht greifen. Der digitale Glücksspielmarkt ist international, hochprofessionell und bewegt enorme Geldsummen. Unser Strafrecht muss dieser Realität gewachsen sein. Wir brauchen Prävention und Hilfe für Menschen, die die Kontrolle über ihr Spiel verlieren. Und wir brauchen einen Rechtsstaat, der diejenigen wirksam verfolgt, die an dieser Abhängigkeit verdienen. Spielerschutz ist Gesundheitsschutz.“
Hendrik Streeck regt unter anderem eine wirksamere Verfolgung organisierter illegaler Glücksspielangebote, Anpassungen im Straf- und Strafprozessrecht sowie eine intensivere Zusammenarbeit mit den Ländern an.