Direkt zum Seiteninhalt springen
Zur Presseverteilerseite

Crack-Konsum im Fokus: Bundesdrogenbeauftragter will Lösungen mit Kommunen und Ländern zusammen an einem Tisch

Streeck: „Müssen alle Kräfte bündeln und Crack-Problem gemeinsam angehen“

Crack hat sich in den vergangenen Jahren von wenigen offenen Szenen in einzelnen Großstädten zu einem echten Problem entwickelt. Viele Kommunen wie Köln, Hamburg und Düsseldorf suchen nach Lösungen für Schwerstsuchtkranke und den öffentlichen Raum. Seitdem immer mehr und fast überall Kokain erhältlich ist, ist auch mehr Crack auf dem Markt. Die Droge wirkt nur wenige Minuten und erzeugt einen starken Suchtdruck. Die Folgen können verheerend sein: Wer abhängig ist, konsumiert sehr oft am Tag, ist für Beratungsangebote kaum noch erreichbar und steht unter erheblichem Beschaffungsdruck. Die Verelendung in den Städten ist unübersehbar.

Darum hat der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Hendrik Streeck ausgewählte Städte, Länder und Bundesressorts zu einer Lagebesprechung zum Austausch eingeladen. Seine Motivation dazu: „Für die betroffenen Menschen brauchen wir wirksame Hilfen. Ebenso haben die Bürgerinnen und Bürger einen berechtigten Anspruch darauf, dass Innenstädte, Orte in Bahnhofsnähe und andere öffentliche Plätze sicher und lebenswert bleiben. Beides gehört zusammen.“ Keine Kommune werde diese Probleme aus seiner Sicht allein lösen können, allein deshalb, weil weder die Drogenszene, die Dealer noch Handelsstrukturen wie Organisierte Kriminalität an Stadtgrenzen enden und sich schnell verlagern können. 

Die Veranstaltung half zum einen, sich ein gemeinsames Lagebild zu schaffen und zum anderen um endlich einen Überblick zu bekommen, welche wirksamen Maßnahmen an einzelnen Orten bereits durchgeführt werden und welche Hürden bei deren Umsetzung bestanden. Für Streeck ist „die Herausforderung so groß, dass wir völlig neu denken müssen. Dazu gehört auch, die Kräfte zu bündeln und sich engmaschig abzustimmen. Wichtig ist, dass Kommunen mit vergleichbaren Problemen ihre Erfahrungen teilen, ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen und erfolgreiche Ansätze gemeinsam weiterentwickeln“. Dazu gehöre beispielsweise die Zusammenarbeit von Wohnungslosen-, Obdachlosen- und Suchthilfe, aber eben auch Polizei und Ordnungsämtern. Genauso wichtig sei es, mit den Ländern und dem Bund darüber zu sprechen, wo man Unterstützung brauche und wo bisher Handlungsbarrieren bestehen.

Streeck betonte, dass dieses Treffen nur ein Auftakt war. Er werde den Dialog mit allen fortsetzen und bewertete etwa den Wunsch mancher Städte nach größeren Handlungsspielräumen für Suchthilfe und Polizei: „Einige der angesprochenen Punkte müssen wir in kleiner Runde vertiefen. Ich hoffe, dass wir zu einer Art Maßnahmenkatalog kommen, mit allem, was hilft, was Kommunen schon jetzt machen können und wo sie ohne Engagement von Bund und Ländern nicht weiterkommen.“