Streeck setzt sich bei UN-Drogenkonferenz für evidenzbasierte und ausgewogene Drogenpolitik ein
Bundesdrogenbeauftragter: Brauchen entschlossenes internationales Handeln gegen organisierte Kriminalität und für mehr Prävention, Hilfe und Behandlung
© UN Web TV (webtv.un.org)
Am 9. und 10. März nimmt der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, an der 69. Sitzung der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen (Commission on Narcotic Drugs, CND) in Wien teil. Als Leiter der deutschen Delegation hält er dort die nationale Eröffnungsrede („National Statement“ – im Laufe des heutigen Tages) und beteiligt sich an mehreren internationalen Diskussionsveranstaltungen. Darüber hinaus führt er bilaterale Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Mitgliedstaaten, darunter den USA, Frankreich und Indien, sowie mit internationalen Organisationen und Akteuren der Zivilgesellschaft.
Die UN-Drogenkonferenz ist das zentrale internationale Forum, um die dynamischen Veränderungen der globalen Drogenmärkte zu thematisieren. Nach dem aktuellen Weltdrogenbericht konsumieren weltweit rund 292 Millionen Menschen illegale Drogen. Das ist ein deutlicher Anstieg in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig werden die Substanzen immer potenter. Synthetische Opioide breiten sich aus. Auch der weltweite Kokainmarkt wächst weiter.
Zum Auftakt der Konferenz erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck: „Als Arzt sehe ich hinter diesen Zahlen vor allem Menschen und ihre Lebensgeschichten. Abhängigkeit ist eine schwere chronische Erkrankung. Sie braucht Prävention, Behandlung und echte Perspektiven. Zugleich dürfen wir nicht übersehen, dass der internationale Drogenhandel Gewalt finanziert, Staaten destabilisiert und Rechtsstaatlichkeit untergräbt. Darauf müssen wir gemeinsam reagieren. Mit klarem Blick auf die Fakten. Und mit einer Politik, die sich an wissenschaftlicher Evidenz orientiert.“
Deutschland setzt sich auf der Konferenz für eine fundierte, entwicklungs- und menschenrechtsbasierte Drogenpolitik ein. Ziel ist eine ausgewogene Strategie, die sowohl den illegalen Drogenhandel bekämpft, als auch die Nachfrage nach Drogen reduziert durch Prävention, Beratung und Therapie. „Ein reiner Krieg gegen Drogen führt nicht zum Ziel. Aber auch Wegsehen ist keine Lösung. Wir brauchen beides. Konsequente Strafverfolgung gegen organisierte Drogenkriminalität und zugleich starke Prävention sowie verlässliche Behandlungsangebote für Menschen mit Suchterkrankungen.“, so Streeck.
Ein Schwerpunkt der deutschen Delegation ist die internationale Zusammenarbeit zur Eindämmung der organisierten Drogenkriminalität. Gleichzeitig setzt sich Deutschland für Programme der Alternativen Entwicklung ein, die Menschen in Anbau- und Herkunftsregionen wirtschaftliche Perspektiven außerhalb des illegalen Drogenanbaus eröffnen. Außerdem wirbt Deutschland für Maßnahmen der Prävention, Schadensminderung und Behandlung und wird über die Entwicklungen im Bereich der Diamorphinsubstitution berichten, über Drug-Checking-Angebote und die breitere Verfügbarkeit des Notfallmedikaments Naloxon, das bei Opioid-Überdosierungen Leben retten kann.
Streeck betont, dass internationale Zusammenarbeit angesichts der Veränderungen auf den Drogenmärkten entscheidend ist: „Die Substanzen werden potenter, die Märkte digitaler und die kriminellen Netzwerke professioneller. Kein Land kann diese Entwicklung allein aufhalten. Wir brauchen internationale Partnerschaften, die Sicherheit stärken, die auf Wissenschaft, Menschenrechten und gemeinsamer Verantwortung beruhen und gleichzeitig Leben retten.“
Weitere Informationen zur CND: https://www.unodc.org/unodc/en/commissions/CND/index.htmlExterner Link
Das Statement des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen zur 69. CND finden Sie hier: https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/national-statement-sucht-und-drogenbeauftragter-68-sitzung-cnd/Externer Link